Brustvergrößerungsoperationen können Ihr Leben zum Besseren wenden, aber sie sind ein großer chirurgischer Eingriff und Sie müssen sich über mögliche Komplikationen bewusst sein:

Kapselkontraktur: Was ist das und wodurch wird sie hervorgerufen?

Einfach ausgedrückt ist eine Kapselkontraktur eine Verhärtung der Brust. Nach Einsetzen der Brustimplantate kann im Zuge des Heilungsprozesses um das Implantat eine Kapsel mit Narbengewebe entstehen, die sich mit der Zeit zusammenziehen und fest werden kann. Dadurch können sich Ihre Brüste anders anfühlen und anders aussehen. Objektiviert werden diese Veränderungen von Ärzten häufig mittels der Baker-Skala:

  • Grad I: Die Brust ist normal weich und sieht natürlich aus
  • Grad II: Die Brust ist etwas fester und sieht normal aus
  • Grad III: Die Brust fühlt sich fest an und sieht anormal aus (sichtbare Verformung)
  • Grad IV: Die Brust ist hart, schmerzt und sieht anormal aus (stärkere Verformung)

Eine Kapselkontraktur kann einseitig, beidseitig, oder – in den meisten Fällen – gar nicht auftreten.

Kann sie korrigiert werden?

Ihre Chirurgin/ihr Chirurg wird Ihren Heilungsprozess nach dem Eingriff beobachten. Sollten es bei Ihnen zu einer Kapselkontraktur kommen, wird möglicherweise ein weiterer Eingriff nötig sein, um das Narbengewebe um die Brustimplantate zu entfernen und/oder Ihr(e) Implantat(e) auszutauschen.

Wie häufig tritt eine Kapselkontraktur auf?

Das Aufreten einer Kapselkontraktur ist unvorhersehbar und kann bald nach dem Eingriff oder aber erst Jahre später auftreten. In der medizinischen Fachliteratur werden Kapselkontrakturraten von unter 5 Prozent bis über 40 Prozent angegeben. Innovationen im Bereich der Brustimplantate haben das Aufkommen dieser Komplikation aber bedeutend verringert.

Narbenbildung: Wie sieht es mit Narbenbildung und Hautfältchen aus?

Jede Operation hinterlässt eine Narbe– und die Größe der Narbe kann von einer Person zur anderen stark variieren. Bei den meisten Patienten sind die Narben nach einer Brustvergrößerung blasse, dünne Linien. Sollten sie jedoch deutlich gerötet, fest und erhaben sein, spricht man von “hypertrophen” Narben.
Obwohl auch sie in der Regel mit der Zeit verblassen, können sie eine sichtbarere, permanente Narbe hinterlassen. Um der Narbenbildung entgegenzuwirken, gibt es spezielle Gels und Cremen in der Apotheke zu erwerben. Ein häufig verwendetes und von uns empfohlenes Produkt ist Silgel.

Eine andere Narbenart, die manchmal nach chirurgischen Eingriffen auftritt, ist das Keloid. Dabei handelt es sich um eine deutlich vergrößerte Narbe, die mit der Zeit nicht verblasst oder abflacht. In diesem Fall könnte eine chirurgische Korrektur der Narbe notwendig sein.

Es ist ebenfalls möglich, wenn auch selten, dass sich sichtbare Hautfältchen bilden. Diese können auftreten, wenn das Brustimplantat an dem darüber liegenden Gewebe zieht, die natürlichen Falten des Implantats durch die Haut durchscheinen oder wenn Sie stark an Gewicht abnehmen. Diese Fältchenbildung kann auffälliger sein, wenn Ihre Brustimplantate unterhalb des Brustdrüsengewebes positioniert worden sind.

Andere Nebeneffekte und Komplikationen: Sind Infektionen möglich?

Wie bei jeder Operation kann es auch bei Brustvergrößerungsoperationen zu einer Infektion kommen. Leider sind Infektionen an Brustimplantaten schwieriger zu behandeln als Infektionen am normalen Körpergewebe. Auch wenn Infektionen normalerweise mit Antibiotika behandelt werden können, müssen in seltenen Fällen die Implantate entfernt werden. Wenn die Infektion abgeklungen ist, kann ein neues Brustimplantat eingesetzt werden. In äußerst seltenen Fällen können lebensgefährliche Infektionen, wie z. B. das toxische Schocksyndrom, auftreten.

Ich habe gelesen, dass einige Frauen nach der Operation Schmerzen in ihren Brüsten haben?

Bei einigen Frauen können nach dem Eingriff anhaltende Brustschmerzen aufkommen, obwohl sie diese vorher nicht hatten. Diese Schmerzsymptome sind unvorhersehbar und bei einigen Patientinnen kann kein Grund dafür festgestellt werden. Am besten sprechen Sie mit Ihrer Chirurgin/Ihrem Chirurgen über Komplikationen in Verbindung mit dem Eingriff, damit Sie sich der Risiken vollends bewusst sind.

Gibt es andere Risiken, von denen ich wissen sollte?

Ein sehr kleiner Anteil jener Frauen mit Brustimplantaten hat Symptome angegeben, die Erkrankungen des Immunsystems ähneln, z.B. systemischer Lupus erythematodes, rheumatoide Arthritis, Sklerodermie und andere Autoimmunerkrankungen.

Wie verhält es sich mit Krebs und Brustimplantaten?
Steigt mein Risiko?

Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg, dass mit Silikongel gefüllte Brustimplantate das Krebsrisiko erhöhen. Diese Möglichkeit kann aber nicht vollständig ausgeschlossen werden und Sie sollten natürlich weiterhin Ihre Brust regelmäßig nach Knoten abtasten und die empfohlenen Routineuntersuchungen durchführen lassen.

Welche Arten von Anästhesie kommen bei chirurgischen Eingriffen zum Einsatz?

Risiken einer Anästhesie: Es gibt drei Arten von Anästhesie, die bei einer Operation eingesetzt werden können und alle bergen gewisse Risiken.

  • Örtliche Betäubung: Das geringste Risiko besteht bei einer örtlichen Betäubung. Hierbei wird eine kleine Menge Lokalanästhetikum in den zu operierenden Bereich gespritzt. Sehr wenige Patienten haben eine allergische Reaktion auf das Lokalanästhetikum oder spüren einen beschleunigten Herzschlag aufgrund des beigesetzten Adrenalins, mit dem intraoperative Blutungen reduziert werden. Bei einer örtlichen Betäubung kann es während des Eingriffs zeitweise zu leichten Schmerzen kommen.
  • Intravenöse Sedierung: Eine zweite Methode der Anästhesie ist die intravenöse Sedierung (Medikamente werden in die Venen injiziert, ohne dass der Patient einen Schlauch in den Hals eingeführt bekommt). Die Form der Sedierung birgt das Risiko von Atemnot, allergischen Reaktionen auf die Medikamente oder einer allfälligen Medikamentenüberdosierung. Es wird empfohlen, dass ein erfahrener Fachmann für intravenöse Sedierung bei dem Eingriff dabei ist und die Medikamente verabreicht. Die Kosten für diese Art der Anästhesie sind aufgrund der Kosten für die Medikamente und für das zusätzliche Personal in der Regel höher.
  • Vollnarkose: Die dritte Option wäre eine Vollnarkose. Hier schläft der Patient während des chirurgischen Eingriffs. Die Risiken einer Vollnarkose sind die gleichen wie bei einer Vollnarkose für andere Operationen und kann Atemprobleme, Blutgerinnsel in den Beinen, usw. umfassen. Im Allgemeinen ist das Risiko gering, da Frauen, die sich Implantate einsetzen
    lassen, in der Regel gesund sind. Die Kosten für eine Vollnarkose sind aufgrund der notwendigen Geräte und Medikamente höher und auch, weil der Anästhesist anwesend sein muss.

Rekonstruktion: Bestehen bei der rekonstruktiven Chirurgie Risiken?

Leider bestehen bei jedem chirurgischen Eingriff zu einem gewissen Grad Risiken und dazu gehört auch die Brustrekonstruktion nach Brustentfernung im Rahmen von Brustkrebs (sog. Mastektomie).

Ich denke über eine sofortige rekonstruktive Brustoperation nach – was sind die Risiken?

Patientinnen, die sich für eine sofortige rekonstruktive Brustoperation zum Zeitpunkt der Mastektomie entscheiden, müssen die Risiken und den ungewissen Ausgang der Mastektomie berücksichtigen. Dazu gehören chirurgische Komplikationen im Zusammenhang mit der Mastektomie, die mögliche Notwendigkeit eines zusätzlichen Eingriffs, um restliche Brustkrebszellen zu entfernen die während der Mastektomie entdeckt wurden, die mögliche Notwendigkeit zusätzlicher Brustkrebsbehandlungen (Bestrahlung und Chemotherapie) sowie die Möglichkeit eines Brustkrebs-Lokalrezidivs. Bei der rekonstruktiven Brustchirurgie ist der Einsatz eines permanenten oder vorläufigen Gewebeexpanders in Verbindung mit Silikongel gefüllten Brustimplantaten ein normaler Vorgang geworden. Er erhöht aber auch das Risiko von Komplikationen aufgrund des zusätzlichen Eingriffs. All diese Punkte können das Ergebnis der sofortigen rekonstruktiven Brustoperation stark beeinflussen.

Gibt es andere Risiken zu beachten, wenn ich eine spätere rekonstruktive Brustoperation in Betracht ziehe?

Patientinnen, die zu einem späteren Zeitpunkt (z. B. nach der Bestrahlung) die Rekonstruktion durchführen lassen wollen, sind den gleichen Risiken wie bei einer sofortigen rekonstruktiven Brustoperation ausgesetzt.